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Zinseszins Schweiz: Tabellen, Formel, Steuern — Aufmacherbild zum Ratgeber

Ratgeber · Rechner Schweiz

Zinseszins Schweiz: Tabellen, Formel, Steuern

Zinseszins in der Schweiz: drei gerechnete Tabellen zu Sparplan, spätem Start und Steuern — mit Formel, 72er-Regel und CHF-Beispielen für 2026.

Redaktion Ausrechnen · Veröffentlicht am 15. Mai 2026 ·Aktualisiert am 24. August 2026

Stand August 2026

Quellen: SNB, ESTV, BSV, Kanton ZH

3 eigene Modellrechnungen

CHF 500 pro Monat über 30 Jahre ergeben bei einer angenommenen Rendite von 4,0 % pro Jahr rund CHF 347’000. Davon haben Sie CHF 180’000 selbst einbezahlt, CHF 167’000 sind Zinseszins. Der Effekt liefert in diesem Modell also 48,1 % des Endkapitals, ohne dass ein einziger zusätzlicher Franken auf das Konto geht. Das ist der ganze Mechanismus: Zinsen werden dem Kapital gutgeschrieben und in der nächsten Periode mitverzinst.

Für die Schweiz kommen 2026 zwei Besonderheiten dazu. Erstens ist dieser Effekt auf dem Sparkonto derzeit kaum zu holen: Die Schweizerische Nationalbank hat den Leitzins an ihrer geldpolitischen Lagebeurteilung vom 18. Juni 2026 unverändert bei 0,00 % belassen. Zweitens sind Vermögenserträge hier als Einkommen steuerbar, und das angesparte Guthaben unterliegt der kantonalen Vermögenssteuer — während die Säule 3a während der ganzen Ansparphase von beidem befreit ist. Über 30 Jahre summiert sich dieser Vorteil im Modell unten auf einen fünfstelligen Betrag; der grösste Teil davon stammt allerdings vom Abzug bei der Einzahlung, nicht von der steuerfreien Verzinsung.

Dieser Ratgeber zeigt die Formeln mit Schweizer Franken-Beispielen, drei selbst gerechnete Tabellen und den steuerlichen Rahmen. Ihr eigenes Szenario rechnen Sie im Zinseszins-Rechner durch, die gebundene Vorsorge im Säule-3a-Rechner.

Was ist der Zinseszinseffekt?

Der Zinseszinseffekt beschreibt, dass Zinsen auf bereits gutgeschriebene Zinsen anfallen. Anders als beim einfachen Zins, bei dem nur das ursprüngliche Kapital verzinst wird, wächst das Vermögen exponentiell: Jedes Jahr wird die Bemessungsgrundlage grösser, weil die Erträge dem Kapital zugeschlagen werden statt abzufliessen.

Der Unterschied ist anfangs klein und wird spät gross. Das ist der Grund, warum der Effekt in den ersten Jahren eines Sparplans kaum wahrnehmbar ist und viele Sparerinnen und Sparer in dieser Phase aufgeben — genau bevor die Kurve steil wird.

Einfacher Zins vs. Zinseszins

Einfacher Zins (CHF 10’000, 5,0 %, 20 Jahre)

CHF 20’000

Kapital + 20 × CHF 500 Zins, jeweils abgehoben

Zinseszins (CHF 10’000, 5,0 %, 20 Jahre)

CHF 26’533

CHF 6’533 mehr, nur weil die Zinsen stehen bleiben

Der ganze Mehrertrag von CHF 6’533 entsteht ohne eine einzige zusätzliche Einzahlung. Er ist der Preis dafür, die Erträge zwanzig Jahre lang nicht anzurühren — und damit auch der Grund, warum Auszahlungen und Umschichtungen so teuer sind.

Die Mathematik: Formel, Sparplan, 72er-Regel

Jede Zahl in diesem Ratgeber lässt sich mit drei Formeln nachrechnen. Sie stehen hier vollständig, damit Sie die Tabellen weiter unten selbst prüfen können.

1. Einmalanlage: die Zinseszinsformel

Kn = K0 × (1 + p)n

Kn = Endkapital | K0 = Startkapital | p = Zinssatz als Dezimalzahl | n = Anzahl Perioden

Beispiel: Sie legen CHF 20’000 für 15 Jahre zu einer angenommenen Rendite von 3,0 % an. Rechnung: 20’000 × 1,0315 = CHF 31’159. Der Ertrag beträgt CHF 11’159. Mit einfachem Zins wären es nur 15 × CHF 600 = CHF 9’000 gewesen, also CHF 29’000 total. Die Differenz von CHF 2’159 ist reiner Zinseszins.

2. Sparplan: die Rentenformel für monatliche Raten

Sobald Sie regelmässig einzahlen, reicht die obige Formel nicht mehr. Für gleichbleibende Monatsraten, die jeweils am Monatsende eingehen und monatlich verzinst werden, gilt:

Kn = R × ((1 + i)n − 1) ÷ i

R = Monatsrate | i = Jahreszins ÷ 12 | n = Anzahl Monate (Jahre × 12)

Beispiel: CHF 500 pro Monat, 20 Jahre, angenommene 4,0 % pro Jahr. Dann ist i = 0,04 ÷ 12 = 0,003333 und n = 240. Rechnung: 500 × ((1,003333240 − 1) ÷ 0,003333) = CHF 183’387. Einbezahlt haben Sie CHF 120’000, der Zinseszins steuert CHF 63’387 bei. Genau diese Formel liegt der Sparplan-Matrix in Tabelle 1 zugrunde — und dem Zinseszins-Rechner auf Ausrechnen.ch.

Stellt man die Formel nach R um, erhält man die Sparrate, die für ein Ziel nötig ist: R = Kn × i ÷ ((1 + i)n − 1). Das ist die Grundlage von Tabelle 2.

3. Die 72er-Regel als Kopfrechnung

Die 72er-Regel schätzt, wie lange Kapital bis zur Verdopplung braucht: Jahre ≈ 72 ÷ Zinssatz in Prozent. Bei 3,0 % sind das 72 ÷ 3 = 24 Jahre.

Beispiel mit Kontrolle: CHF 50’000 zu angenommenen 3,0 % über 24 Jahre ergeben nach der Zinseszinsformel 50’000 × 1,0324 = CHF 101’640 — die Faustregel trifft hier gut. Exakt wäre die Verdopplung nach ln(2) ÷ ln(1,03) = 23,45 Jahren erreicht. Die Regel ist im Bereich von etwa 4 % bis 10 % am genauesten; bei sehr tiefen Sätzen überschätzt sie die Dauer deutlich. Bei 1,0 % nennt sie 72 Jahre, tatsächlich sind es 69,7 Jahre.

Verdopplungsdauer: Faustregel gegen exakte Rechnung

bei 2,0 %

36,0 / 35,0

bei 3,0 %

24,0 / 23,5

bei 5,0 %

14,4 / 14,2

bei 7,0 %

10,3 / 10,2

Jeweils Faustregel (72 ÷ Zinssatz) / exakter Wert nach ln(2) ÷ ln(1 + p), in Jahren. Eigene Berechnung.

Tabelle 1: Die Sparplan-Matrix

Die folgende Matrix kombiniert drei realistische Monatsraten mit vier Zeithorizonten. Alle Werte sind mit der Rentenformel aus Abschnitt 2 gerechnet: monatliche Rate jeweils am Monatsende, monatliche Verzinsung, angenommene Rendite 4,0 % pro Jahr, keine Gebühren, keine Steuern, keine Teuerung. Die letzte Spalte ist der eigentliche Punkt — sie zeigt, welchen Anteil am Endkapital der Zinseszins beisteuert.

MonatsrateLaufzeitEinbezahltEndkapitaldavon ZinseszinsZinsanteil
CHF 20010 JahreCHF 24’000CHF 29’450CHF 5’45018,5 %
CHF 20020 JahreCHF 48’000CHF 73’355CHF 25’35534,6 %
CHF 20030 JahreCHF 72’000CHF 138’810CHF 66’81048,1 %
CHF 20040 JahreCHF 96’000CHF 236’392CHF 140’39259,4 %
CHF 50010 JahreCHF 60’000CHF 73’625CHF 13’62518,5 %
CHF 50020 JahreCHF 120’000CHF 183’387CHF 63’38734,6 %
CHF 50030 JahreCHF 180’000CHF 347’025CHF 167’02548,1 %
CHF 50040 JahreCHF 240’000CHF 590’981CHF 350’98159,4 %
CHF 1’00010 JahreCHF 120’000CHF 147’250CHF 27’25018,5 %
CHF 1’00020 JahreCHF 240’000CHF 366’775CHF 126’77534,6 %
CHF 1’00030 JahreCHF 360’000CHF 694’049CHF 334’04948,1 %
CHF 1’00040 JahreCHF 480’000CHF 1’181’961CHF 701’96159,4 %

Eigene Berechnung mit Kn = R × ((1 + i)n − 1) ÷ i, i = 0,04 ÷ 12, n = Jahre × 12. Die 4,0 % sind ein nominaler Jahressatz mit monatlicher Kapitalisierung — effektiv sind das 4,07 % pro Jahr. Wer mit 4,0 % jährlicher Verzinsung nachrechnet, erhält deshalb leicht tiefere Werte. Beträge auf ganze Franken gerundet. Die Rendite von 4,0 % ist eine Annahme, keine Zusage.

Was die Matrix zeigt

Der Zinsanteil hängt nur von der Laufzeit ab, nicht von der Höhe der Rate. Ob Sie CHF 200 oder CHF 1’000 monatlich einzahlen: Nach 10 Jahren stammen 18,5 % des Endkapitals aus Zinseszins, nach 40 Jahren 59,4 %. Die Rate skaliert das Ergebnis linear, die Zeit verändert seine Struktur. Wer die Rate verdoppelt, verdoppelt das Endkapital. Wer die Laufzeit von 20 auf 40 Jahre verdoppelt, mehr als verdreifacht es: aus CHF 183’387 werden CHF 590’981.

Wie stark die Annahme selbst durchschlägt, zeigt die Gegenprobe für CHF 500 über 30 Jahre: Bei angenommenen 2,0 % sind es CHF 246’363, bei 4,0 % CHF 347’025, bei 6,0 % CHF 502’258. Zwischen der pessimistischen und der optimistischen Annahme liegt mehr als der Faktor zwei — ein guter Grund, jede Planung mit der tiefen Variante zu prüfen. Ob die Rate überhaupt im Budget liegt, klären Sie vorher mit dem Budget-Rechner.

Tabelle 2: Was ein später Start kostet

Die zweite Tabelle dreht die Frage um: Nicht «was kommt heraus», sondern «was muss ich einzahlen». Das Ziel ist in allen drei Zeilen identisch — CHF 500’000 im Alter 65, bei angenommenen 4,0 % pro Jahr und monatlichen Einzahlungen. Verändert wird nur das Startalter. Gerechnet mit der nach R umgestellten Rentenformel; die Monatsrate ist auf ganze Franken gerundet, das Endkapital trifft die CHF 500’000 dadurch auf wenige hundert Franken genau.

Start mitLaufzeit bis 65Nötige MonatsrateSumme Einzahlungendavon ZinseszinsZinsanteil
25 Jahren40 JahreCHF 423CHF 203’040CHF 296’93059,4 %
35 Jahren30 JahreCHF 720CHF 259’200CHF 240’51648,1 %
45 Jahren20 JahreCHF 1’363CHF 327’120CHF 172’79434,6 %

Eigene Berechnung mit R = Kn × i ÷ ((1 + i)n − 1), Kn = CHF 500’000, i = 0,04 ÷ 12. Wie in Tabelle 1 sind die 4,0 % ein nominaler Jahressatz mit monatlicher Kapitalisierung, effektiv 4,07 % pro Jahr. Weil die Monatsrate auf ganze Franken gerundet ist, ergeben Einzahlungen plus Zinseszins CHF 499’970 (Start mit 25), CHF 499’716 (Start mit 35) und CHF 499’914 (Start mit 45) statt exakt CHF 500’000. Ohne Gebühren, Steuern und Teuerung.

Die Zahlen sind deutlicher als jede Ermahnung: Wer zehn Jahre später beginnt, muss CHF 56’160 mehr aus eigener Tasche einzahlen (CHF 259’200 statt CHF 203’040) — für dasselbe Ziel. Wer zwanzig Jahre später beginnt, zahlt CHF 124’080 mehr ein und braucht eine 3,2-mal so hohe Monatsrate. Der Grund steht in der letzten Spalte: Beim Start mit 25 arbeitet der Zinseszins 59,4 % des Ziels zusammen, beim Start mit 45 nur noch 34,6 %. Was der Zinseszins nicht liefert, müssen Sie selbst überweisen.

Ein Nachtrag zur Ehrlichkeit: CHF 500’000 in 40 Jahren sind nicht CHF 500’000 von heute. Die bedingte Inflationsprognose der SNB reicht allerdings nur bis 2028 (0,6 % für 2026 und 2027, 0,7 % für 2028) — für 40 Jahre gibt es schlicht keine Prognose. Schreibt man diese Grössenordnung trotzdem fort, blieben von CHF 500’000 grob CHF 380’000 bis 390’000 heutiger Kaufkraft. Die Zahl ist eine Illustration, kein Wert, den man auf den Franken genau planen sollte: Die Teuerung ist in der Schweiz historisch tief, aber sie ist nicht null — und über vier Jahrzehnte kann sie ganz anders verlaufen.

Tabelle 3: Zinseszins und Steuern in der Schweiz

Hier liegt der eigentliche Schweizer Unterschied. In vielen Ländern sind Kapitalerträge mit einer pauschalen Abgeltungssteuer erledigt. In der Schweiz greifen stattdessen zwei Steuern gleichzeitig — und die Säule 3a ist von beiden befreit.

  • Einkommenssteuer auf den Ertrag: Zinsen und Ausschüttungen sind steuerbarer Vermögensertrag, auch wenn sie nie ausbezahlt, sondern nur gutgeschrieben oder wieder angelegt werden. Massgebend ist Ihr persönlicher Grenzsteuersatz. Nicht besteuert werden dagegen Kursgewinne auf Wertschriften im Privatvermögen — sie sind nach Art. 16 Abs. 3 DBG ausdrücklich steuerfrei.
  • Vermögenssteuer auf das Kapital: Das angesparte Guthaben zählt per Stichtag zum Reinvermögen und wird kantonal besteuert. Die Tarife sind progressiv und kennen Freibeträge, deshalb ist die effektive Belastung bei mittleren Vermögen klein: Im Kanton Zürich bleiben für Alleinstehende die ersten CHF 81’000 steuerfrei, auf die nächsten CHF 241’000 fällt ein halbes Promille an (§ 47 StG). Ein Depot von CHF 300’000 kostet in der Stadt Zürich damit rund CHF 235 pro Jahr — etwa 0,08 % des Vermögens. Erst bei grossen Vermögen und in Hochsteuerkantonen nähert sich die Belastung den oft genannten Höchstsätzen. Die Systematik erklärt der Steuer-Ratgeber Schweiz 2026.
  • Verrechnungssteuer als Sicherungssteuer: Auf Zinsen von Kundenguthaben zieht die Bank 35 % ab. Sie erhalten diese bei korrekter Deklaration vollständig zurück — es ist keine zusätzliche Belastung, sondern ein Vorschuss.
  • Säule 3a: Erträge in der Ansparphase sind steuerfrei, das Guthaben zählt nicht zum steuerbaren Vermögen, und die Einzahlung senkt zusätzlich das steuerbare Einkommen. Dafür ist das Geld gebunden, und bei der Auszahlung fällt eine separate, reduzierte Steuer an.

Der Effekt über 30 Jahre, durchgerechnet

Das folgende Modell vergleicht denselben Bruttoaufwand von CHF 7’258 pro Jahr — dem Maximalbeitrag der Säule 3a 2026 für Angestellte mit Pensionskasse — über 30 Jahre, einmal in der gebundenen Vorsorge und einmal in einem frei verfügbaren Depot. Angenommene Bruttorendite in beiden Fällen 3,00 % pro Jahr, Einzahlung jeweils zu Jahresbeginn.

Diese 3,00 % sind ausdrücklich keine Sparkontozinsen. Bei einem Leitzins von 0,00 % gibt es sie auf dem Konto nicht — wer sie unterstellt, unterstellt Kursrisiko. Modelliert ist deshalb auf beiden Seiten dieselbe Wertschriftenlösung: die 3a-Fondslösung gegen ein freies Wertschriftendepot. Das hat eine steuerliche Folge, die eine reine Zinsrechnung übersieht: Im freien Depot ist nur der ausgeschüttete Teil der Rendite als Vermögensertrag steuerbar, Kursgewinne im Privatvermögen sind nach Art. 16 Abs. 3 DBG und § 16 Abs. 3 StG des Kantons Zürich steuerfrei. Wir nehmen dafür an, dass die Hälfte der Bruttorendite als steuerbare Ausschüttung anfällt und die Hälfte als steuerfreier Kursgewinn, also je 1,50 % — das ist eine Modellannahme und keine Marktbeobachtung. Wer ein ausschüttungsstärkeres Depot hält, verschiebt das Bild zugunsten der Säule 3a; wer thesaurierende Fonds hält, ändert daran nichts, weil auch thesaurierte Ausschüttungen steuerbar bleiben.

Steuerlich rechnen wir mit einer alleinstehenden Person in der Stadt Zürich ohne Kirchensteuer und mit rund CHF 90’000 Bruttoeinkommen. Daraus leitet der Säule-3a-Rechner einen Grenzsteuersatz von 21,3 % ab (Bund, Kanton und Gemeinde zusammen). Die Vermögenssteuer folgt dem Zürcher Tarif nach § 47 StG — 0 ‰ auf die ersten CHF 81’000, ½ ‰ auf die nächsten CHF 241’000, 1 ‰ darüber — beim Steuerfuss 2026 von 214 % (Kanton 95 %, Stadt Zürich 119 %). Die Kapitalauszahlungssteuer ist nach § 37 StG des Kantons Zürich und Art. 38 DBG gerechnet und nicht pauschal geschätzt; wie, steht unter der Tabelle.

PositionSäule 3aFreies Depot, nur EinkommenssteuerFreies Depot, Einkommens- + Vermögenssteuer
Einzahlung pro JahrCHF 7’258CHF 7’258CHF 7’258
Angenommene Bruttorendite3,00 %3,00 %3,00 %
davon einkommenssteuerbare Ausschüttungkeine1,50 %1,50 %
Effektive Nettorendite p. a.3,00 %2,68 %2,63 %
Summe der Einzahlungen (30 Jahre)CHF 217’740CHF 217’740CHF 217’740
Kapital nach 30 JahrenCHF 355’661CHF 336’764CHF 333’605
Steuer bei der Auszahlung (6,2 %)−CHF 21’911keinekeine
Kapital nach AuszahlungssteuerCHF 333’750CHF 336’764CHF 333’605
Steuerersparnis auf den Einzahlungen (30 × CHF 1’546)CHF 46’380
Vorteil gegenüber der rechten Spalte+CHF 46’525+CHF 3’159Referenz

Eigene Berechnung. Säule 3a: Kn = C × ((1 + r)n − 1) ÷ r × (1 + r), C = CHF 7’258, r = 0,03, n = 30. Freies Depot: Jahr für Jahr gerechnet — 1,50 % steuerbare Ausschüttung, darauf 21,3 % Einkommenssteuer, dazu 1,50 % steuerfreier Kursgewinn; in der rechten Spalte zusätzlich die Vermögenssteuer auf dem jeweiligen Depotwert nach dem Zürcher Tarif. Über 30 Jahre ergibt das rund CHF 14’100 Einkommenssteuer und rund CHF 2’665 Vermögenssteuer. Die angegebenen Nettorenditen sind die konstanten Sätze, die über 30 Jahre zum selben Endkapital führen — exakt 2,6805 % und 2,6250 %, in der Tabelle gerundet. Kapitalauszahlungssteuer: Ein Zwanzigstel von CHF 355’661 sind CHF 17’783; darauf liegt der Zürcher Grundtarif bei knapp 1,6 %, also greift der gesetzliche Mindestsatz von 2 % der einfachen Staatssteuer (§ 37 StG). Das sind CHF 7’113, mal Steuerfuss 214 % gleich CHF 15’222 Staats- und Gemeindesteuer, dazu die direkte Bundessteuer von einem Fünftel des Tarifs nach Art. 36 DBG (Art. 38 Abs. 2 DBG), also CHF 6’689 — zusammen CHF 21’911 oder 6,2 % der Auszahlung. Steuerersparnis: CHF 7’258 × 21,3 % ergibt exakt CHF 1’545.95 pro Jahr; die Tabelle rechnet mit dem auf ganze Franken gerundeten Jahreswert, exakt wären es CHF 46’379 statt CHF 46’380. Vereinfachungen: Die Vermögenssteuer ist nur auf diesem Depot gerechnet; wer daneben weiteres Vermögen hat, überschreitet den steuerfreien Sockel früher und zahlt mehr. Die kumulierte Steuerersparnis auf den Einzahlungen ist nicht angelegt, was die Säule 3a etwas zu ungünstig darstellt. Massgebend ist immer Ihre konkrete Veranlagung.

Das Ergebnis ist unbequemer, als die Werbung für die Säule 3a klingt: Nach der Auszahlungssteuer bleiben in der gebundenen Vorsorge CHF 333’750, im freien Depot mit Vermögenssteuer CHF 333’605. Das ist praktisch ein Unentschieden. Die Steuerfreiheit in der Ansparphase bringt zwar rund CHF 22’000 mehr Kapital — die Kapitalauszahlungssteuer am Ende frisst diesen Vorsprung aber fast vollständig wieder auf.

Der ganze Vorteil steckt damit im Abzug bei der Einzahlung: CHF 1’546 pro Jahr bei einem Grenzsteuersatz von 21,3 %, über 30 Jahre CHF 46’380. Und weil dieser Posten am Grenzsteuersatz hängt, hängt der Nutzen der Säule 3a vor allem am Einkommen. Bei 30 % Grenzsteuersatz — dafür braucht es in Zürich nach demselben Rechner gut CHF 200’000 Bruttoeinkommen — wäre der Abzug CHF 2’177 pro Jahr wert, bei einem tiefen Einkommen entsprechend weniger. Die Gegenleistung bleibt in jedem Fall dieselbe: Das Geld ist bis fünf Jahre vor dem Referenzalter gebunden und der Beitrag ist auf CHF 7’258 gedeckelt. Für Beträge darüber hinaus bleibt nur das freie Sparen — mit der Steuerlast aus der rechten Spalte. Ihre persönliche Ersparnis rechnen Sie im Säule-3a-Rechner aus; Fristen, Staffelung und Bezug erklärt der Säule-3a-Ratgeber 2026. Wer das Kapital gestaffelt über mehrere Jahre bezieht, senkt in diesem Beispiel vor allem den Bundesanteil der Auszahlungssteuer — der Zürcher Anteil liegt bereits auf dem gesetzlichen Mindestsatz und sinkt nicht weiter.

Die CHF-200-Freigrenze richtig verstehen

Ein Schweizer Detail, das regelmässig falsch wiedergegeben wird: Nach Art. 5 Abs. 1 Bst. c des Verrechnungssteuergesetzes sind Zinsen von Kundenguthaben von der Verrechnungssteuer ausgenommen, wenn der Zinsbetrag für ein Kalenderjahr CHF 200 nicht übersteigt. Bei einem angenommenen Sparzins von 0,25 % entspräche diese Schwelle einem Guthaben von CHF 80’000, bei 0,50 % einem Guthaben von CHF 40’000.

Das ist aber keine Steuerbefreiung. Die Freigrenze befreit nur vom Steuerabzug an der Quelle. Zinsen unterhalb der Grenze gelten weiterhin als steuerbarer Ertrag und sind im Wertschriftenverzeichnis in der Spalte «der Verrechnungssteuer nicht unterliegend» zu deklarieren — so hält es die ESTV im Rundschreiben «Freigrenze für Zinsen von Kundenguthaben» ausdrücklich fest. Wer sie weglässt, deklariert unvollständig, auch wenn nie eine Verrechnungssteuer abgezogen wurde.

Sparplan aufsetzen: Schritt für Schritt

Aus den drei Tabellen ergibt sich eine klare Reihenfolge. So gehen Sie vor:

  1. Budget analysieren: Ermitteln Sie, wie viel Sie monatlich dauerhaft zurücklegen können — dauerhaft ist wichtiger als hoch. Bereits CHF 200 pro Monat ergeben über 30 Jahre bei angenommenen 4,0 % rund CHF 138’810. Nutzen Sie den Budget-Rechner für eine realistische Einschätzung.

  2. Notgroschen zuerst: Drei bis sechs Monatsausgaben gehören auf ein jederzeit verfügbares Konto, bevor langfristig gebunden wird. Dieser Teil ist nicht für Rendite da, sondern dafür, dass Sie den Sparplan bei einer Reparatur oder einem Stellenwechsel nicht auflösen müssen.

  3. Steuerlich effizientes Gefäss wählen: Solange der 3a-Maximalbetrag von CHF 7’258 nicht ausgeschöpft ist, ist er meist das effizienteste Gefäss — der Vorteil kommt nach Tabelle 3 aber fast ausschliesslich vom Abzug bei der Einzahlung und wächst mit Ihrem Grenzsteuersatz. Voraussetzung ist, dass Sie auf das Geld bis zum Vorsorgealter verzichten können. Was darüber hinaus geht, läuft frei.

  4. Dauerauftrag einrichten: Automatisieren Sie die Rate. Was am Zahltag automatisch abfliesst, fehlt im Alltag nicht — und der grösste Feind des Zinseszinses ist die ausgelassene Einzahlung.

  5. Erträge stehen lassen: Der Effekt entsteht ausschliesslich dadurch, dass Zinsen und Ausschüttungen im Kapital bleiben. Jeder Bezug setzt die Kurve zurück.

  6. Jährlich überprüfen und die Rate mitziehen: Erhöhen Sie die Sparrate, wenn der Lohn steigt. Nach Tabelle 1 bringt jede zusätzlich einbezahlte Rate über 30 Jahre bei angenommenen 4,0 % rund das 1,93-Fache ihres Nennwerts — CHF 100 mehr pro Monat werden zu rund CHF 69’405.

Sparkonto, Depot oder Säule 3a?

Die Zinssätze auf Schweizer Sparkonten variieren zwischen den Anbietern und ändern laufend. Weil der SNB-Leitzins seit der Lagebeurteilung vom 18. Juni 2026 bei 0,00 % liegt, bewegt sich das gesamte Zinsniveau tief. Eine hier abgedruckte Zinstabelle wäre binnen Wochen überholt — vergleichen Sie deshalb tagesaktuell bei den Banken oder über einen unabhängigen Vergleichsdienst. Ausrechnen.ch nennt bewusst keine Anbieter und unterhält kein Partnerprogramm. Worauf es beim Vergleich ankommt:

Diese Kriterien entscheiden

  • Zinssatz — der mit Abstand grösste Hebel
  • Betragsgrenze — viele Banken verzinsen den Vorzugssatz nur bis zu einer Obergrenze, darüber deutlich tiefer
  • Rhythmus der Zinsgutschrift — eine unterjährige Gutschrift verstärkt den Zinseszins minimal
  • Rückzugslimiten — manche Sparkonten begrenzen den gebührenfreien Bezug pro Jahr
  • Befristete Lockangebote — Neukundenzinsen fallen oft nach wenigen Monaten zurück

Einordnung

Beim heutigen Zinsniveau liegt der Sparzins meist unter oder nahe bei der Teuerung, die die SNB für 2026 und 2027 auf je 0,6 % prognostiziert. Das Sparkonto erfüllt damit vor allem eine Funktion: den Notgroschen jederzeit verfügbar zu halten, nominal ohne Kursrisiko. Für den Aufbau über zehn Jahre und mehr ist der Zinseszins auf einem Sparkonto zu schwach — dort wirken Wertschriftenlösungen stärker, aber eben nur gegen die Übernahme von Kursrisiko und ohne Garantie.

Die Konditionen der einzelnen Banken ändern häufig; massgebend ist immer das aktuelle Angebot des Anbieters.

Zinseszins-Falle: der Effekt in die andere Richtung

Der Zinseszinseffekt wirkt symmetrisch. Wer Schulden stehen lässt, zahlt ihn — nur diesmal an die Gegenseite. Besonders teuer sind Kreditkartenschulden und Überziehungskredite: Für sie liegt der gesetzliche Höchstzinssatz seit dem 1. Januar 2026 bei 12 % (Barkredite: 10 %). Eine Kartenschuld zu 12 %, auf der nichts amortisiert wird, verdoppelt sich nach der 72er-Regel in 6 Jahren — exakt gerechnet nach 6,1 Jahren. Kein Sparplan der Welt holt das nebenher wieder herein. Vor jedem Sparplan steht deshalb die Tilgung teurer Schulden.

So nutzen Sie den Zinseszins

  • Früh beginnen — jedes Jahr verschiebt die Struktur aus Tabelle 2
  • Erträge nie beziehen, immer im Kapital lassen
  • Sparrate mit dem Lohn mitziehen
  • Breit diversifizieren statt auf Einzelwerte setzen
  • Laufende Kosten tief halten — sie wirken wie negativer Zinseszins

Diese Fehler kosten Rendite

  • Kreditkartenschulden zu bis zu 12 % Zins stehen lassen
  • Sparplan in den ersten, unauffälligen Jahren abbrechen
  • Häufiges Umschichten samt Transaktionskosten
  • Erträge verkonsumieren statt reinvestieren
  • Nur nominal rechnen und die Teuerung ignorieren

Zinseszins für Kinder: früh starten

Der grösste Hebel beim Zinseszinseffekt ist die Zeit — derselbe Mechanismus, von dem auch die Altersvorsorge über Jahrzehnte lebt (siehe Vorsorge-Ratgeber). Wer bei der Geburt eines Kindes beginnt, hat einen Horizont, den kein Erwachsener mehr erreicht. Ein Modellbeispiel mit angenommenen 5,0 % pro Jahr:

Sparplan ab Geburt: CHF 100 pro Monat, angenommene 5,0 % Rendite

Mit 18 Jahren

CHF 34’920

einbezahlt CHF 21’600

Mit 30 Jahren

CHF 83’226

einbezahlt CHF 36’000

Mit 65 Jahren

CHF 590’803

einbezahlt CHF 78’000

Eigene Berechnung, monatliche Rate nachschüssig, monatliche Verzinsung. Angenommene, konstante Rendite — keine Prognose.

Die dritte Spalte macht den Punkt: Aus CHF 78’000 eigenen Einzahlungen werden im Modell CHF 590’803, also 86,8 % Zinseszins. Mehrere Schweizer Banken bieten Jugendsparkonten mit leicht erhöhten Zinssätzen an — wichtiger als der Zinssatz ist hier aber die Anlagedauer. Zu beachten ist auch: Ein Konto auf den Namen des Kindes gehört steuerlich zum Vermögen der Eltern, solange das Kind minderjährig ist, und wird in deren Steuererklärung deklariert. Zinserträge daraus unterliegen denselben Regeln wie in Tabelle 3.

Drei Fragen, ausführlich beantwortet

Wie viel bringt der Zinseszins auf einem Schweizer Sparkonto 2026 wirklich?

Auf einem klassischen Sparkonto ist der Zinseszinseffekt 2026 rechnerisch vorhanden, wirtschaftlich aber schwach. Die Schweizerische Nationalbank hat den Leitzins an ihrer Lagebeurteilung vom 18. Juni 2026 unverändert bei 0,00 % belassen; die Sparzinsen der Banken folgen diesem Niveau. Eine Grössenordnung dazu: Damit ein Sparkonto überhaupt die Verrechnungssteuer auslöst, muss der Jahreszins CHF 200 übersteigen. Bei einem angenommenen Sparzins von 0,25 % entspräche das einem Guthaben von CHF 80’000 — eine Schwelle, die die meisten Sparkontoinhaber nie erreichen. Gleichzeitig prognostiziert die SNB für 2026 und 2027 eine Jahresteuerung von je 0,6 %. Liegt der Sparzins darunter, verliert das Guthaben real an Kaufkraft, obwohl der Kontostand nominal steigt. Das Sparkonto erfüllt damit 2026 vor allem eine Aufgabe: den Notgroschen von drei bis sechs Monatsausgaben jederzeit verfügbar und nominal sicher zu halten. Den eigentlichen Zinseszinseffekt über zehn Jahre und mehr muss man anderswo suchen — und dort mit Kursrisiko bezahlen.

Was kostet es konkret, zehn Jahre später mit dem Sparen zu beginnen?

Der teuerste Fehler beim Zinseszins ist nicht die falsche Anlage, sondern der späte Start — und er lässt sich exakt beziffern. Das Ziel im Modell: CHF 500’000 im Alter 65, bei angenommenen 4,0 % Rendite pro Jahr und monatlichen Einzahlungen. Wer mit 25 beginnt, hat 40 Jahre Zeit und braucht CHF 423 pro Monat. Wer mit 35 startet, braucht CHF 720. Wer erst mit 45 anfängt, muss CHF 1’363 monatlich aufbringen, also das 3,2-Fache der Rate des Frühstarters. Der Grund liegt nicht in der Sparrate, sondern in der Zusammensetzung des Endkapitals: Beim Start mit 25 stammen 59,4 % der CHF 500’000 aus Zinseszins und nur 40,6 % aus eigenen Einzahlungen. Beim Start mit 45 kehrt sich das Verhältnis um — 65,4 % müssen selbst einbezahlt werden. Zehn Jahre Aufschub kosten in diesem Modell CHF 56’160 zusätzliche Einzahlungen bei identischem Ziel.

Muss ich Zinseszinsen in der Schweiz versteuern?

Ja — und zwar zweifach. Zinserträge sind in der Schweiz als Vermögensertrag einkommenssteuerpflichtig, auch wenn sie nie ausbezahlt, sondern dem Kapital gutgeschrieben werden. Zusätzlich zählt das angesparte Guthaben zum Reinvermögen und unterliegt der kantonalen Vermögenssteuer. Auf Zinsen von Kundenguthaben erhebt der Bund ausserdem 35 % Verrechnungssteuer — allerdings erst, wenn der Zinsbetrag eines Kalenderjahres CHF 200 übersteigt. Diese Freigrenze wird häufig missverstanden: Sie befreit nur vom Steuerabzug an der Quelle, nicht von der Steuerpflicht. Zinsen unterhalb der Freigrenze sind im Wertschriftenverzeichnis in der Spalte «der Verrechnungssteuer nicht unterliegend» zu deklarieren und werden normal als Einkommen besteuert. Wer die abgezogene Verrechnungssteuer korrekt deklariert, erhält sie vollständig zurückerstattet. Anders die Säule 3a: Dort bleiben die Erträge während der ganzen Ansparphase unbesteuert, und das Guthaben zählt nicht zum steuerbaren Vermögen.

Häufige Fragen zum Zinseszins (FAQ)

Wie funktioniert der Zinseszinseffekt einfach erklärt?

Beim Zinseszinseffekt werden Zinsen dem Kapital gutgeschrieben und in der nächsten Periode mitverzinst. Beispiel: CHF 1’000 zu 5,0 % ergeben nach einem Jahr CHF 1’050. Im zweiten Jahr erhalten Sie 5,0 % auf CHF 1’050 = CHF 52.50 Zins, also CHF 2.50 mehr als im ersten Jahr. Über lange Zeiträume dominiert dieser Anteil: Nach 30 Jahren stammen im Modell mit angenommenen 4,0 % rund 48,1 % des Endkapitals aus Zinseszins.

Wie lange dauert es, bis sich mein Geld verdoppelt?

Nutzen Sie die 72er-Regel: 72 ÷ Zinssatz in Prozent = Jahre bis zur Verdopplung. Bei 3,0 % nennt sie 24 Jahre (exakt 23,5), bei 5,0 % 14,4 Jahre (exakt 14,2), bei 7,0 % 10,3 Jahre (exakt 10,2). Die Regel gilt für einmalige Anlagen ohne weitere Einzahlungen und wird bei sehr tiefen Zinssätzen ungenau: Bei 1,0 % nennt sie 72 Jahre, exakt sind es 69,7.

Wie hoch ist der SNB-Leitzins 2026 und was heisst das fürs Sparen?

Die Schweizerische Nationalbank hat den SNB-Leitzins an ihrer geldpolitischen Lagebeurteilung vom 18. Juni 2026 unverändert bei 0,00 % belassen. Für Sparerinnen und Sparer heisst das: Das gesamte Zinsniveau auf Sparkonten ist tief, und der Zinseszinseffekt auf dem Sparkonto bleibt schwach. Die SNB prognostiziert gleichzeitig eine Jahresteuerung von 0,6 % für 2026 und 2027 sowie 0,7 % für 2028 — liegt der Sparzins darunter, sinkt die reale Kaufkraft des Guthabens.

Welche Schweizer Bank bietet die höchsten Sparzinsen?

Das lässt sich nicht dauerhaft beantworten, und Ausrechnen.ch nennt bewusst keine Anbieter: Die Banken passen ihre Sparzinsen laufend an, und Vorzugssätze gelten oft nur bis zu einer Betragsgrenze oder befristet für Neukunden. Da der SNB-Leitzins bei 0,00 % liegt, ist das gesamte Zinsniveau tief. Vergleichen Sie tagesaktuell und achten Sie nicht nur auf den Schlagzeilenzins, sondern auch auf Betragsgrenzen, Rückzugslimiten und die Dauer eines allfälligen Bonuszinses.

Was bringt CHF 100 pro Monat über 30 Jahre?

Bei angenommenen 4,0 % Rendite werden aus CHF 100 monatlich über 30 Jahre rund CHF 69’405 — davon CHF 36’000 einbezahlt und CHF 33’405 Zinseszins. Bei angenommenen 6,0 % sind es rund CHF 100’452, bei 2,0 % nur rund CHF 49’273. Die Spannweite zeigt, wie stark das Ergebnis von der Renditeannahme abhängt. Sicher ist nur die Mechanik, nicht die Rendite.

Wie wirkt sich die Inflation auf den Zinseszins aus?

Die Teuerung reduziert die reale Kaufkraft Ihres Guthabens. Massgebend ist der Realzins, also Nominalzins minus Teuerung. Die bedingte Inflationsprognose der SNB nennt 0,6 % für 2026 und 2027 und 0,7 % für 2028 — sie reicht aber nicht weiter. Schreibt man diese Grössenordnung über 40 Jahre fort, entsprächen CHF 500’000 grob CHF 380’000 bis 390’000 heutiger Kaufkraft; das ist eine Illustration und keine Prognose. Planen Sie Zielbeträge deshalb immer auch real.

Sind Zinserträge in der Schweiz steuerpflichtig?

Ja. Sämtliche Zinserträge – auch Zinseszinsen – sind einkommenssteuerpflichtig und müssen deklariert werden; zusätzlich zählt das Kapital zum steuerbaren Vermögen. Die Verrechnungssteuer von 35 % wird bei korrekter Deklaration vollständig zurückerstattet. Sie fällt erst an, wenn der Zinsbetrag von Kundenguthaben CHF 200 pro Kalenderjahr übersteigt — Zinsen unterhalb dieser Freigrenze sind trotzdem zu deklarieren. Ausnahme: Erträge in der Säule 3a sind während der Ansparphase steuerfrei.

Wie viel muss ich monatlich sparen, um CHF 500’000 zu erreichen?

Bei angenommenen 4,0 % Rendite und Ziel im Alter 65 gilt: Start mit 25 (40 Jahre) erfordert CHF 423 pro Monat, Start mit 35 (30 Jahre) CHF 720, Start mit 45 (20 Jahre) CHF 1’363. Die eigenen Einzahlungen steigen dabei von CHF 203’040 auf CHF 327’120, weil der Zinseszins bei kurzer Laufzeit weniger beisteuert. Rechnen Sie Ihr Szenario im Zinseszins-Rechner mit einer tieferen Annahme gegen.

Lohnt sich die Säule 3a gegenüber freiem Sparen?

Ja, aber der Vorteil steckt fast vollständig im Abzug bei der Einzahlung. Im Modell dieses Ratgebers ergeben CHF 7’258 pro Jahr über 30 Jahre bei angenommenen 3,00 % Bruttorendite in der Säule 3a CHF 355’661, nach der Auszahlungssteuer von 6,2 % noch CHF 333’750. Dasselbe Geld in einem freien Wertschriftendepot, belastet mit Einkommens- und Vermögenssteuer, ergibt CHF 333’605 — praktisch gleich viel. Den Unterschied macht die kumulierte Steuerersparnis auf den Einzahlungen von CHF 46’380 (30 × CHF 1’546 bei 21,3 % Grenzsteuersatz). Je höher Ihr Grenzsteuersatz, desto grösser dieser Vorteil. Der Preis: Das Geld ist gebunden, und der Beitrag ist gedeckelt.

Was ist besser: jährliche oder unterjährige Zinsgutschrift?

Eine unterjährige Gutschrift ist rechnerisch minimal vorteilhafter, weil die Zinsen früher mitverzinst werden. Beim heutigen Zinsniveau ist der Unterschied jedoch vernachlässigbar — der nominale Zinssatz selbst ist der weitaus grössere Hebel. Ein Nebeneffekt in der Schweiz: Die CHF-200-Freigrenze der Verrechnungssteuer setzt voraus, dass der Zins nur einmal pro Kalenderjahr vergütet wird.

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